Das Café Merigiò wird 17 Jahre alt

Das Café Merigiò am Zähringer Platz feiert am 12.01.2026 sein 17. Jubiläum. Seine Wirte Maria und Giovanni laden ihre Gäste ein, mit ihnen und einem Glas Sekt anzustoßen auf viele schöne Begegnungen und Momente!

Das Café Merigiò wird 17 Jahre alt

Es war der 12. Januar 2009, als Maria und Giovanni ihr Café am Zähringer Platz eröffneten. Seitdem sind viele Jahre vergangen und es gab viele Abenteuer zu erleben – ein Grund mehr, am kommenden 12. Januar 2026 gemeinsam den 17. Jahrestag des Lokals zu feiern. „Es wird eine symbolische Feier mit ein paar Gläsern Sekt und vor allem guter Gesellschaft“, sagt Maria während unseres Interviews in ihrem Café, dem Café Merigiò. 

Merigiò, ein ungewöhnlicher Name, der italienische Klänge hervorruft ... Tatsächlich war es den beiden Besitzern wichtig, dass das Lokal etwas über sie aussagt; es war wichtig, dass schon der Name die Begeisterung und Herzlichkeit ausstrahlte, die ihre Art zu sein so sehr prägten und mit der sie das neue Lokal führen wollten. So entstand das Akronym Merigiò: Maria (Meri) und Giovanni (Giò). 

Tatsächlich lässt sich die gemütliche und lebhafte Atmosphäre, die in diesem Lokal herrscht, kaum leugnen. Italienische Musik, helle Innenräume, Kaffee, Kuchenstücke und andere Köstlichkeiten, die auf Tabletts serviert werden... All dies wird durch kleine dekorative Details, die Maria selbst mit viel Liebe ausgewählt hat, abgerundet. Von Zeit zu Zeit schweben italienische Wortfetzen zusammen mit der Musik von den Tischen oder aus dem Hinterzimmer herüber, dem Lieblingsarbeitsplatz von Giovanni, der in Italien die Ausbildung zum Koch und Konditor gemacht hat.

Apropos Hinterzimmer: Dort werden Süßspeisen und Tagesmenüs frisch und saisonal zubereitet, nach den persönlichen Wünschen der Gäste. Da das Lokal nicht sehr groß ist, haben sich die Inhaber dafür entschieden, nur ihre Kuchen in einer Vitrine auszustellen. Die übrigen Gerichte finden die Gäste in der Speisekarte oder indem sie Maria oder Giovanni persönlich fragen. Sie sind also eingeladen, sich zu trauen, hereinzukommen und sich auf ein Gespräch einzulassen... oder zumindest die Speisekarte aufzuschlagen! 

Und das lohnt sich, denn während der Öffnungszeiten – durchgehend von 9 bis 19 Uhr, sonntags ab 10 Uhr und im Sommer bis 22 Uhr, Dienstags ist Ruhetag – gibt es ein bisschen von allem. Fertige oder nach Kundenwunsch zubereitete Frühstücke, kalte und warme Getränke, Kuchen und andere Backwaren, die ausschließlich hausgemacht sind und auf Bestellung auch zubereitet werden können, Mittag- und Abendessen. Auf Wunsch können die Portionen angepasst werden – Maria mag es weder, Essen wegen zu großer Portionen wegzuwerfen, noch ihre Kunden hungern zu lassen! Einfach fragen ... und mitteilen! 

Die Freundlichkeit des Paares und die Ungezwungenheit des Lokals laden wirklich zu Offenheit und Herzlichkeit ein, sodass man sich nicht isoliert, sondern wie in einer Familie fühlt. Denn die Atmosphäre hier im Merigiò ist wirklich familiär, oder wie viele Stammgäste des Lokals liebevoll sagen: wie bei Maria & Giovanni!

Um diesen Aspekt vollständig zu verstehen, lohnt es sich, einen Sprung in die Vergangenheit zu machen und etwas über die Geschichte des Cafés und ihrer Besitzer zu erzählen. Maria wurde in Italien, in Apulien, geboren, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Mit 18 Jahren, nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin, zog sie nach Deutschland zu ihren Eltern, die bereits dort arbeiteten. Die Zeit verging, Maria begann sich zu integrieren und beschloss zu bleiben, während ihre Eltern nach Italien zurückkehrten. Nach 23 Jahren Arbeit in einer Firma in Freiburg spürte Maria, dass es an der Zeit war, sich einem Traum zu nähern, den sie seit ihrer Jugend hatte: ein Café zu führen. 

Es ist Juni 1999 und Maria übernimmt die Leitung des Café au Lait im Freiburger Stadtteil Wiehre. An ihrer Seite steht Giovanni, ihr Partner nicht nur bei der Arbeit, sondern auch im Privatleben. Mit ihm zusammen verwirklicht Maria zehn Jahre später, nach Ablauf des Vertrags für die Leitung des Lokals, endlich ihren Traum und eröffnet ihr eigenes Café am Zähringer Platz im Stadtteil Zähringen. 

Das Lokal gab es bereits, aber es hatte im Laufe der Jahre einen schlechten Ruf erworben. Freunde und Bekannte befürchteten, dass ein Lokal in diesem etwas abgelegenen Stadtteil kaum Überlebenschancen hätte. Maria und Giovanni beschlossen dennoch, das Wagnis einzugehen. Maria war überzeugt: “Es gibt es keine schlechten Standorte, sondern nur schlechte Betreiber!“ Sie wusste, was sie verkaufte bzw. welche Dienstleistung sie anbot und vor allem, welche Art von Kundschaft sie wollte; es ging nur darum, sich bekannt zu machen. „Wenn man dich kennt, schätzt man dich auch“. 

Und so war es auch, aber nicht ohne Schwierigkeiten, vor allem am Anfang. Die Leute gingen skeptisch und vorsichtig an den Schaufenstern des Cafés vorbei, und die offene und gastfreundliche Art der Besitzerin, die Passanten zum Hereinkommen einlud, half wenig. 

Dann kamen die ersten Kunden, die Mundpropaganda begann zu wirken und das Lokal wurde lebhafter. Noch mehr Geduld, Entschlossenheit und Bewusstsein seitens des italienischen Paares waren erforderlich, um das Gesicht und die Seele zu definieren, die das Café Merigiò haben sollte: Ein gastfreundlicher Ort, an dem sich jeder wohlfühlen und hochwertige Speisen und Getränke genießen kann. Ein Lokal, das für jeden offen ist, solange man anderen gegenüber respektvoll ist. Die Kundschaft musste von unserer Wirtin gewissermaßen „vorbereitet” werden, denn sie wollte “sie selbst sein“.

Heute sind Maria und Giovanni sehr zufrieden mit ihrem Café und dessen Bedeutung für das Viertel und vor allem für den Platz, an dem es liegt. Es ist ein Treffpunkt für eine gemischte Kundschaft: Zu den Stammgästen, die regelmäßig kommen und gehen, gesellen sich neue Gesichter jeden Alters, die in der schönen Jahreszeit gerne an den von Pflanzen und Blumen umgebenen Tischen im Freien sitzen. Einige schätzen das Café Merigiò nicht nur als Treffpunkt, sondern auch als einen Ort, der den Platz verschönert und belebt. Andere wiederum schätzen die Sorgfalt, mit der sie bedient und bei Bedarf unterstützt werden. Es gibt ältere Menschen, die auch alleine in das Lokal kommen, weil sie wissen, dass sie sich dort nicht einsam fühlen und im Bedarfsfall Hilfe erhalten.

Und hier kommen wir vielleicht zum wichtigsten Aspekt, der Maria und Giovanni so sehr am Herzen liegt: die Menschen, die ihr Café besuchen. Sie sind das wahre Herzstück des Merigiò, und ohne sie wäre das Café nur ein paar leblose Mauern. Dank dieser Menschen kann man das Lokal wirklich als Familie bezeichnen. Und wie in jeder guten Familie hilft man sich gegenseitig: Die Freundlichkeit und Fürsorge der beiden Gastwirte in Verbindung mit der Qualität ihres Services werden täglich durch den Verzehr der Gäste belohnt, die ihr Geschäft finanziell unterstützen. Dank all dieser Menschen hat das Café Merigiò über die Jahre hinweg überlebt und schwierige Zeiten überstanden, wie während Covid oder lange zuvor während der Bauarbeiten für die Straßenbahnlinie. 

Im Januar sind es 17 Jahre Tätigkeit mit vielen Erinnerungen und schönen Momenten, aber auch finanziellen und persönlichen Opfern. „Wir sind ein tolles Team”, sagt Maria! Sie ergänzen sich gegenseitig, und diese Zusammenarbeit gibt ihnen Kraft. Obwohl sie bereits das Rentenalter erreicht hat, hat sie noch immer Lust zu arbeiten. Und denen, die sie fragen, was sie tun werden, wenn das Merigiò eines Tages schließt, antwortet sie, dass sie sich in einem anderen Lokal treffen werden! 

Wir wünschen Maria und Giovanni also weiterhin viele schöne Momente und Begegnungen in ihrem Café, in dem, wie schon erwähnt, am 12. Januar das 17. Jubiläumsjahr gefeiert wird. Alle sind herzlich willkommen!

von Silvia Ros

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